c[si:] qbridge

qbridge ist eine Installation, bestehend aus fünfzig 1000-Liter Wassertanks. Der Betrachter kann den Farb- und Lichtrhythmus interaktiv beeinflussen.

Ort: Hauptbahnhof Mainz (West)
Konzept & Realisation: Carsten Altmann, Bernd Güssbacher, Kristin Hetze, Robert Meyer, Pascal Schneider

c[si:] LightCloud

Eine Lichtwolke, bestehend aus 1.500 farblich wechselnden LED-Kugeln, schwebte im Eingangsbereich des Hauptbahnhofes Mainz über den Köpfen der Besucher.

Ort: Hauptbahnhof Mainz
Konzept & Realisation: Jonny Deutsch, Alexandra Egenolf, Björn Franke, Silke Sieler

c[si:] Lichtwege

Projektion auf das Hauptportals des Hauptbahnhofes Mainz
In Bezug auf die architektonischen Merkmale des Hauptbahnhofes Mainz wird die Hauptfassade im Rahmen einer Lichtprojektion in Szene gesetzt.

Ort: Hauptbahnhof Mainz
Konzept & Realisation: Wilhelm Behr, Partick Brucker, Henning Krol, Sebastian Rau, Daniel Rupp, Korbinian Vogel

c[si:] Außerplanmäßig

Für den Zeitraum von einer Woche entstand eine farbig gestaltete Farbplanlandschaft auf allen Bahnsteigen des Hauptbahnhofes Mainz.

Ort: Hauptbahnhof Mainz
Konzept & Realisation: Julia Fink, Stefanie Jellen, Christiane Ramming

c[si:] Lavendelleuchten

Tausende von Kerzen erleuchten die Lavendelfelder am Wesausgang des Hauptbahnhofs. Aus verschiedenen Perspektiven lässt sich das Lichtermeer in seinem Facettenreichtum genießen.

Ort: Hauptbahnhof Mainz (West)
Konzept & Realisation: Julia Fink, Stefanie, Jellen, Christiane Ramming

LighCloud Lichtwege Lavendelfeld außerplanmaeßig

»Beim letzten Mal war es nur bunt«

Ein Bericht über das Projekt c[si:] anlässlich der »Luminale 2008« im Hauptbahnhof Mainz
von Tjark Ihmels

Vorbemerkung
Im Juni 2007 erhielten Harald Pulch und ich die Einladung anlässlich des Lichtfestivals »Luminale 2008« die Fassade des Hauptbahnhofes in Mainz mit einer Lichtinstallation zu bespielen. Trotz der absehbaren Schwierigkeiten, die sich mit der »Größe« des Objektes und den Lichtverhältnissen auf dem Bahnhofsvorplatz verbanden, zögerten wir nicht lange und beschlossen mit »vier – fünf« geeigneten Studierenden das Projekt neben unserer »normalen« Lehrtätigkeit in Angriff zu nehmen.

Die Semestereröffnungsveranstaltung im Oktober 2007 war dann der geeignete Augenblick, um das Projekt der Studentenschaft kurz vorzustellen und engagierte Mitstreiter zu werben. Die Lokalität des Hauptbahnhofes erwies sich dabei als unerwartet attraktiv, denn statt der von uns erwarteten »vier- fünf« meldeten sich sofort zwanzig begeisterte Teilnehmer, von denen dann tatsächlich achtzehn das Projekt realisierten.

Ausgestattet mit einem so großen Team mussten einige unserer Vorplanungen noch einmal überdacht werden. Zum Ersten lässt sich eine so große Truppe nicht »nebenbei« betreuen; es musste also ein zusätzlicher Kurs eingerichtet werden. Zum Zweiten ergaben sich aber durch die Mannschaftsgröße auch neue Möglichkeiten. Aus diesem Grunde benannten wir die Aufgabenstellung fortan nicht mehr »nur« eine Lichtinstallation für die Hauptfassade, sondern Lichtinstallationen für den Hauptbahnhof als Ganzes zu entwickeln. (Die fünf umgesetzten Projekte sind am Ende des Artikels beschrieben.)

Da der Hauptbahnhof Mainz mit 70.000 Besuchern täglich ein ausgesprochen sensibles Territorium ist, bezogen wir von Anfang an die Verantwortlichen für den Hauptbahnhof mit in unsere Konzeptdiskussion ein. Dies führte zu Beginn natürlich vorerst zu reichlich Frustration, da viele gute Installationsideen auf Verbote bzw. Bedenken trafen. Aber es war allen einsichtig, dass wir nicht nur die Sicherheit der Gleisanlagen, sondern natürlich auch die der Fahrgäste zu garantieren haben. Dafür mussten Kontakte zum Bahnhofmanagement, zum Ordnungsamt, zum Stadtplanungsamt, zum Stadtbauamt, zum Gartenbauamt und zur Feuerwehr hergestellt werden.

Letztendlich hat sich dieser »Ritt durch die Instanzen« aber sehr positiv auf den Projektverlauf ausgewirkt. Als alle Konzeptionen für die geplanten fünf Installationen am und im Hauptbahnhof entwickelt waren, erhielten wir gleichzeitig auch die Zustimmung der jeweiligen Verantwortlichen für unser Gesamtkonzept c[si:]. Der Projektname entspricht der Umlautschrift des Mathematischen Zeichens für die Lichtgeschwindigkeit. Die Konzeptions- und Koordinierungsphase nahm das gesamte Sommersemester in Anspruch. Mit der Umsetzung der Projekte wurde in den darauf folgenden Semesterferien begonnen und sie zogen sich bis zur Eröffnung am 05.April 2008 der Luminale in das neue Wintersemester hinein.

Die immense geleistete Arbeit lässt sich nur in Schlagworten beschreiben: 44.000 Lötstellen, 11 Kilometer Kabel, 50 1000-Liter-Wassertanks, 2.000 Kerzen und 1.500 LEDs mussten erstellt und verarbeitet werden. Dass ein Projekt in dieser Dimension mit vielen Widrigkeiten und Rückschlägen zu kämpfen hat, wird niemanden verwundern. So musste beispielsweise die Projektgruppe »LightCloud« vier Tage vor der Eröffnung der Ausstellung mit Entsetzen zur Kenntnis nehmen, dass die im Bahnhof befestigten Trageelemente, „vermutlich“ nicht mit der angegebenen Traglast von 80 Kilogramm ausgestattet waren. Dies bedeutete natürlich für die fertig montierte Installation, die in 8 Metern Höhe in der Haupthalle des Bahnhofs über den Köpfen der Besucher aufgehängt werden sollte, das Aus!

Trotz dieser niederschmetternden Erkenntnis, entwickelten die Studierenden eine unglaubliche Motivation und Moral und ermöglichten mit einer Alternativlösung innerhalb eines Tages das Gelingen des Projektes. Dieser beispielhafte ansteckende Elan herrschte in allen Teilprojekten. Er hat zusätzliche Kommilitonen und Sponsoren aktiviert, die alle zum Gelingen des Projektes beigetragen haben. Dankend genannt werden sollen an dieser Stelle: die Werbegemeinschaft des Mainzer Hauptbahnhofes, bst – Becker Studio Technik GmbH, Fustiplast, Andro, LED1.de und Kedi. Des Weiteren wurde das Projekt unterstützt durch die Mediennachwuchsförderung des Landes Rheinland-Pfalz, das Institut für Mediengestaltung und die Fachhochschule Mainz. Durch die Medienpartnerschaft mit der Mainzer Rheinzeitung öffneten sich noch zusätzliche Türen: So kündigte sich für die Eröffnung der Ausstellung am 05. April um 20.30 Uhr Staatsministerin Doris Ahnen an.

Bis zur letzten Minute vor der Eröffnung herrschte angespanntes Treiben. Wie befürchtet goss es in Strömen, als am Nachmittag des Eröffnungstages die 2.000 Kerzen für die Installation »Lavendelleuchten« entzündet werden sollten. Trotz kurzfristigem Stromausfall bei »Lichtwege« und Programmabsturz bei »qbridge« konnte die Ministerin um 20.30 Uhr die Ausstellung der Medien-Design Studierenden am Hauptbahnhof pünktlich eröffnen. Der gemeinsame Rundgang aller geladenen Gäste war das Startsignal für eine besondere Woche mit beeindruckenden und funktionsfähigen Installationen am und im Hauptbahnhof.

Unzählige Besucher haben die Installationen besichtigt und fotografiert, zahlreiche Presseartikel sind erschienen und der eine oder andere »fachkundige« Kommentar von Passanten wurde aufgefangen. So stellte ein Betrachter in Bezugnahme auf die Luminaleveranstaltung 2006 voller Bewunderung fest: »Das letzte Mal war es nur bunt«! Was für ein Lob!

Ich bin sicher, dass die Studierenden sich noch in mehreren Jahren an dieses Projekt erinnern werden. Wir Lehrenden haben allergrößten Respekt vor den Leistungen von: Carsten Altmann, Wilhelm Behr, Patrick Brucker, Jonny Deutsch, Alexandra Egenolf, Julia Fink, Björn Franke, Bernd Güssbacher, Kristin Hetze, Stefanie Jellen, Henning Krol, Robert Meyer, Christiane Ramming, Sebastian Rau, Daniel Rupp, Pascal Schneider, Silke Sieler, Korbinian Vogel.

In der Zwischenzeit ist ein Dokumentarfilm über das Projekt entstanden und es gibt zahlreiche Zusatzinformationen im Internet.